Die Fliege
Als lästiges Insekt ist die Fliege den Menschen seit jeher ein Graus. Somit gab es auch immer Götter die das Fliegenvertreiben übernahmen. Die Griechen kannten den Dämon Myiagros, der soviel wie Fliegenverjager bedeutete und der identisch mit dem syrischen Fliegengott Baal-zebub ist (was Herr des Ungeziefers bedeutet). Aus Baal-zebub wurde später im Christentum der Teufelsname Beelzebub.
Im Aberglauben galt die Fliege als Wetterprophetin. Große Mengen im Sommer galten als Vorzeichen für heftigen Schneefall im Winter.
Als Todeszeichen galt die Anwesenheit einer Schmeißfliege im Haus. Und wem in der Christmette eine Fliege in den Mund flog, mußte bis Jahresfrist sterben.
Auch als Ursache von Geistesstörungen dachte man sich eine Fliege die im Hirn saß.
Die Pest wurde im Mittelalter ebenfalls der Fliege zugeschrieben. Wie Schönwerth schreibt: "Vor Windisch-Eschenbach hütete ein Bube und sah an einem Feldstein ein hölzernes Pflöckchen eingetrieben. Neugierig nahm er es weg, und heraus kam eine Fliege und hinter ihr Rauch. Davon kam die Pest ins Land."
Es scheint, dass heutige medizinische Erkenntnisse der Übertragung von Krankheitskeimen durch Fliegen schon in der Dämonologie Früherer Zeiten erahnt wurden. In Fliegengestalt suchten die Krankheitsdämone der Unterwelt die Menschen heim, oder besser gesagt deren Fantasie.
Die Fliege konnte aber auch als günstiges Vorzeichen erscheinen:
Allgemein galt das Überwintern einer Stubenfliege als Glück bringend.


Beelzebub


