Das Sinnbild der Eitelkeit

Galan

 

Galan, Asmodeus und Klepperle-Narro

Er hält sich für den Größten. "Ich bin der Schönste im ganzen Land, sagt der Spiegel in meiner Hand" verkündet er. Bei genauer Betrachtung fällt aber auf, dass der Galan mit den Jahren etwas an Gewicht zugenommen hat und für ein Schönheitskönig doch etwas zu viel Speck angesetzt hat.

Der Name Galan kommt aus dem Spanischen und bezeichnet auf spöttische Weise einen Liebhaber oder Verehrer des weiblichen Geschlechts. Beispielsweise will in Goethes Faust der Mephistopheles Margarete die Ehe schmackhaft machen. Als sie aber wenig interesse zeigt, sagt er: "Ist's nicht ein Mann, sei's derweil ein Galan."

Vollbehangen mit hunderten Schellen und ausgerüstet mit einer art Marotte, die voller Spiegel behangen ist, unterstreichen diese Attribute die Eitelkeit und Selbstgefälligkeit des Galan.

Die Schelle:

"Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich wie ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle" (1 Kor 13,1). In diesen Worten von Paulus wird deutlich, dass die klingende Schelle das fehlen von Nächstenliebe verkörpert und die Selbstgefälligkeit symbolisiert.

Der Spiegel:

Seit dem 15. Jahrhundert galt der Spiegel als Symbol für die Selbstverliebtheit des Narren. Die Kritik am Narzissmus richtete sich dabei gegen die Ungläubigkeit. Die Darstellung eines Menschen mit einem Spiegel brandmarkte diesen als verblendet, unfähig Gott zu sehen.

 

Der Galan lüftet seine Maske nie