"Giizig, giizig, giizig isch de Sell,..."

Geiz

 
Eine der sieben Hauptsünden ist der Geiz. Somit ist dieser negative Charakterzug eindeutig dem Teufel zuzurechnen. Diese, für seine Mitbürger, so unangenehme Eigenschaft wird von dem sechsten Höllteufel, im Gefolge des Schlegele-Beck, gnadenlos verkörpert.

Der Geiz


Für sich selbst gibt er sein Geld aus, wie man an seinem Edlen Geschmeide und dem Goldzahn beobachten kann. Doch um seinen Geldsack am Gürtel hängt eine Kette mit einem großen Schloß. Etwaige Betteleien sollen somit, von vorne herein und unmißverständlich, abgeblockt werden! Wer glaubt, er bekäme etwas vom Geiz geschenkt, macht sich nur zum Narren! Der Geiz lässt jegliche Hilfsbereitschaft so verkümmern, dass er nicht einmal einen billigen Ratschlag geben würde. Wenn der Geiz die Luft bezahlen müßte, würde er an seinem eigenen Geize ersticken.

Sein Kleingeld hat er in eine kupferne Glocke gegossen, auf der sich aufgenietete Centstücke befinden. Sein ganzes Hab und Gut trägt er am Körper, aus Angst es könnte ihm genommen werden. Er ist ein echter Pfennigfuchser, denn er ist auf das Geld aus, wie der Teufel auf die armen Seelen. Doch, wer sich selbst nichts gönnt, wem kann der Gutes tun?

"Alles Bledsinn!", sagt der Geiz. "I werd beweise, dass an diese Beschuldigunge gege mich nix dran isch, i werd a de Fasnet ä Guzle an d' Kinder verteile!"

Übrigens: Zu Schlegeles Ausstellungseröffnung in Rottweil hatte der Geiz den Raum mit einem Guzle in der Schatulle betreten, als er den Raum verließ waren drei Guzle und ein Euro darin...

"Giizig, giizig, giizig isch de Sell,
und wenn de Sell it giizig wär,
no wißt mer it, wer giizig wär,
giizig, giizig, giizig isch de Sell."

 

Das Rückengemälde:


Zwei Wandersmänner, mit Narrenkappen, machen Rast beim Geiz, um eine Gabe zu erbitten - und die Moral von der Geschicht? Wer wirklich glaubt, dass er vom Geiz etwas bekommen könnte, der macht sich zum Narren!


Ein kleiner Freund lieferte die beste Erklärung: "Der Geiz heist Geiz weil er ungern etwas hergibt"